Von Tran bis Mechanik

Noch bevor Wahkan sich in Bewegung setzen konnte, sprangen Narek und Kazan auf die Insel und taumelten auf ihr trügerisches Glück zu. Auch Lunella folgte alsbald, doch da die drei sich keiner Gefahr bewusst waren und zunächst einfach nur auf ihre Liebsten zu liefen, konnte sich Wahkan an die Spitze drücken. Dieser erkannte, dass eine Art Magie von der grössten Abstrusität ausging.

Jede Runde wird neu auf MW gewürfelt, ob der Effekt der Musik schwächer wird, gleich bleibt oder sich verstärkt. Im Laufe der Kampfrunden hat es die drei Verzauberten nach und nach mehr erwischt.

Kazan beschleunigte seine Schritte und tänzelte fast, überraschend agil durch die Schiffswracks auf eins der zwei kleineren Allesfresser zu. Da beschloss Wahkan seine Deckung fallen zu lassen. Bisher verhielt er sich, als wäre er auch betört durch die Musik, doch jetzt griff er nach kleinen Holzstücken. Diese Balken, man darf die Grösse des Tauren nicht vergessen, warf er nach dem grössten Monster und Quelle der Magie, traf jedoch nicht.

Unweigerlich erreichte Kazan nun das erste kleinere Monster und umarmte dieses innig, noch immer seine Mutter vor sich sehend. Als reaktion versuchte das Monster ihm durch den Hals zu beissen, drang aber kaum durch seine Haut mit seinen Zähnen.

Durch den Stufenaufstieg hat Kazan die Fähigkeit Zäh bekommen, welche seine Verwundungsschwelle erhöht und so verhindert hat, dass ihm eine Wunde zugefügt wurde.

Noch immer in Trance, interpretierte das Kazan als typisches orkisches Verhalten und imitierte seine Mutter. Er biss dem Monster in den Hals und riss ihm damit ein grosses Stück heraus. Die Beschaffenheit des Monsters kann als eine unförmiger Haufen von Hautlappen durchzogen von Tran und anderen schleimigen Substanzen beschrieben werden. Doch für Kazan war es, als trank er ein herrlich erfrischendes Bier.

Lunella sah vor sich nur wie Kazan ausgelassen mit einem ihrer Findelkindern spielte und stellte sich breit grinsend dazu. Von den widerlichen Bildern bekam sie also zum Glück nichts mit. Zunächst noch…

Bei Narek sah es nicht sehr anders aus. Er erreichte das zweite kleine Monster und umarmte es ebenso innig. Aber sein Monster oder Mutterillusion war fokussiert auf Wahkan, der eben noch seine Tarnung aufgegeben hatte. Also wurde Narek von seiner Mutter an der Hand genommen und zu ihm gezogen.

Da Wahkan nicht der sportliche Typ ist und dementsprechend warf, war sein Versuch, das grosse Seekuh-Maden-Monster zu treffen, nicht von Erfolg gekrönt. Er rannte los, so schnell ihn seine Hufe durch den Schutt tragen konnten, und holte zu einem vernichtenden Schlag aus. Doch die ganze Wucht seines Didgeridoos wurde von den Blubber-Schichten des Monsters abgefedert. Trotzdem beschloss es, zurückzuschlagen und beendete so den Zauber.

Die drei Verzauberten waren nun gar nicht mehr bezaubert. Noch bevor Kazan reagieren konnte, hakte das Monster seinen Kiefer aus und verschlang seinen gesamten Kopf. Da dies nicht sein erstes Mal war, dass sein Kopf in einem Monster steckte, ignorierte er den unangenehmen Geschmack im Mund, den Geruch in der Nase und drosch auf das Wesen ein. Lunella erwachte auch, sah Kazan ohne Kopf und begann mit ihrem Messer in den Rücken des Monsters zu stechen. Das Monster schlug um sich und schleuderte Lunella zu Boden. Wie als Antwort darauf, versetzte Kazan ihm einen mächtigen Schlag und schleuderte es so nach hinten. Dabei befreite er seinen Kopf aus dem Ding, doch dafür landete es auf Lunella. Das Monster richtete sich grotesk wieder auf und rannte auf Kazan zu. Ein fataler Fehler, denn nach einem weiteren Knie in den Kopf und einem Uppercut, war es vorbei. Als es jedoch auf den Boden aufschlug, blähte es sich über alle Massen aus und explodierte. Sowohl Lunella als auch Kazan waren durch und durch von den Säften und Stücken des Monsters durchtränkt. Kazan reagierte sofort und blaffte zu Lunella: “Hilf Narek!” und sprintete selber los, um Wahkan zu helfen, der inzwischen unter dem fetten Bossmonster begraben lag.

Narek wachte ebenfalls aus der Trance auf und war schockiert vom Anblick, der sich ihm bot. Er wich zurück, doch das Monster schlug nach ihm und traf ihn verheerend am Oberschenkel.

Das Monster machte genug Schaden um eine schwere Wunde zu verursachen. Ohne Behandlung kann Narek an der Wunde sterben.

Panik bestimmte Nareks weitere Aktionen. Er wich weiter zurück und kroch zwischen Schiffsplanken und Segeln durch, um einfach irgendwas zwischen sich und dem Monster zu bringen. Da erschien ein noch schrecklicheres Monster hinter dem ersten und riss dem Seekuh Monster die Schwabbel Schwaten vom Rücken. Es war Lunella die sich in ihrer Werkatzenform von hinten mit ihren Krallen auf das zweite kleine Monster geschmissen hatten. Sie zerfetzte es wortwörtlich in den nächsten Sekunden, bis es sich schliesslich auch aufblähte und explodierte. Narek kroch einfach immer weiter rückwärts bis ihn zwei starke Arme hochhoben. Garrun, auch vom Zauber erlöst, hatte ihn gefunden und trug ihn jetzt zurück zur Schwalbe.

Kazan drosch auf den stinkenden Fettberg ein, unter dem Wahkan lag. Dieser versuchte sich wiederholt erfolglos, darunter raus zu drücken. Das nun letzte Monster schlug nach Kazan, doch dieser wich geschickt aus und konterte. Da kam auch Lunella dazu und griff an. Nach einer gefühlten Ewigkeit erledigten sie es schliesslich, sprangen aufgrund ihrer Erfahrungen zur Seite und wichen so der bisher grössten Explosion aus. Wahkan blieb wie durch ein Wunder unbeschadet und war jetzt auch frei.

Die drei gingen zurück zum Schiff und suchten nach Narek. Die Crew der Schwalbe hatte sich mit langen Spiessen bewaffnet, jedoch eher wegen Lunella und nicht aus Angst vor weiteren Abstrusitäten. Nach einer ausgiebigen Wäsche im Meerwasser, durften die drei aufs Schiff, wenn auch Lunella in ihrer Wergestalt eher widerwillig. 

Ein kurzes Gespräch zwischen Narek und Kazan unter Deck, brachte beide auf den Stand. Narek war zu verletzt, um sich weiter zu bewegen, erinnerte aber Kazan daran, dass sie noch den Ankergegenstand ausfindig machen sollten.

Nach einer kurzen gezielten Suche, fand Wahkan eine Luke, die eine steinerne Treppe offenbarte, die hinab in die Insel führte. Beim Freilegen stiess er aber auch einen weissen Gegenstand zur Seite. Lunella fiel dieser sofort ins Auge und sie schnappte ihn sich. Es war eine verzierte weisse Muschel, die, wie Wahkan anmerkte, von dem grossen Seekuh Monster gespielt wurde. 

Nachdem die Beiden Kazan hinzuholten, und Wahkan eine Lampe vom Schiff holte, ging Lunella alleine die Steintreppe hinunter. Für die beiden anderen war die Treppe zu schmal. Was sie jedoch dort unten gesehen hat, konnte sie bisher in ihrer Katzengestalt nicht kommunizieren.

Wahkan und Kazan schoben zusammen die Schwalbe zurück ins Wasser. Ihre Idee war es, dass die Muschel der Ankergegenstand war und die Insel zerstört werden würde, wenn die Muschel die Insel verlassen würde. Und so geschah es auch, zu Kazans missfallen, denn er wollte die Muschel am liebsten zerschlagen.

Die alte Schmugglerin steuerte die Schwalbe zielgerichtet auf den alten Hafen in Dippi zu. Doch plötzlich stockte das Schiff, als würde es absolut regungslos im Wasser stehen. Dutzende blaue humanoide Wesen klammerten sich an den Rumpf des Schiffes. Sie sahen ähnlich aus wie Verdalken, jedoch noch irgendwie mehr. Mehr an das Leben im Wasser angepasst. Wahkan überreichte einem von ihnen die Muschel, woraufhin die Wesen im Wasser verschwanden und das Schiff sofort wieder an Fahrt aufnahm. Wenige Zeit später, ragten schwarze Finnen links und rechts des Schiffes aus dem Wasser. Eine Orca Schule begleitete das Schiff, rammte es aber auch immer wieder von unten. Es stellte sich heraus, dass das Schiff Schaden genommen hatte, als es auf die Insel auffuhr. Und ohne Hilfe der Orcas hätte die Schwalbe den Hafen nie erreicht.

Am Hafen angekommen, sprang Kazan vom Schiff und zog dieses am Tau bis zum Steg. Danach schnappte er sich Narek und rannte los zur Konklave. Noch lebte Narek, aber sein Zustand verschlechterte sich. Er brauchte einen Bewahrer, der die Wunde schnell heilen könnte. Die Gruppe beeilte sich so, dass selbst Lunella noch in Katzengestalt durch die Stadt lief. Viele Menschen erschraken oder warfen Dinge nach ihr.

Am Eingang zur Konklave angekommen, bemerkten sie, dass alle Taschenuhren einen Schaden hatten. Sie zeigten nicht mehr die aktuelle Zeit an, sondern die Zeiger sprangen nur 5 Sekunden vor und zurück. Kazan probierte trotzdem einfach seinen Schlüssel und öffnete glücklicherweise den Weg in die Konklave.

Als sie am Ende der Treppe in den Hauptraum traten, sahen sie alle Bewahrer. Sie standen untypisch alle im Hauptraum und schauten mit leeren Blick in Richtung Raummitte. So sehr sie sonst umher rannten, standen sie nun verloren da. Die Gruppe drückte sich in den Raum und sah dort den Sprecher am Boden liegen. Narek, trotz grosser Schmerzen, untersuchte ihn sofort. Es gab jedoch keine Lebenszeichen. Kazan sollte versuchen, den Sprecher wieder auf seinen Stuhl zu setzen, doch auch dies war nicht erfolgreich.

Da bemerkte Wahkan einen Mann. Wahkan hatte einen guten Überblick in den Raum durch seine Grösse, doch von einem Moment auf den nächsten, als wäre er aus dem Nichts gekommen, stand da ein Mann im Raum. Braunes und graumeliertes Haar und Bart und eleganter Anzug. Er ging direkt auf den Sprecher zu und nahm ihn aus Kazans Händen. Jegliche Nachfrage der Gruppe winkte er einfach ab und öffnete das Hemd des Sprechers. Der Mann öffnete Knöpfe und schob Stoffe zur Seite, doch dann zog er ein Zahnrad aus der Brust des Sprechers. Es war sichtlich beschädigt. Der Mann betrachtete das Zahnrad und sagte nur: “Alles muss man hier selber machen!”