Volles Fort

Sie warteten elendig lang am Feuer. Vor ihnen ein Heer an Untoten, die nur darauf warteten, von Kazan vernichtet zu werden – so zumindest seine Einschätzung. Aber Tartos warnte ihn vor einem unguten Ausgang, weshalb er erstmal still sass. Sie versuchten zu ruhen, doch die Untoten waren einfach zu laut und stanken.

Lunella, Narek und Kazan haben jeweils zu gut mit ihrer Wahrnehmung gewürfelt, um die Umgebung ignorieren zu können

Plötzlich rief eine Stimme nach ihnen und Kazan sprang auf, heiss darauf, dass die Stimme etwas versuchen würde. Aber Narek beschwichtigte ihn und sprach mit der noch körperlosen Stimme. Es war der Priester vom Friedhof, doch leider wollten Narek und die Katze nur reden.

Hier verriet der Priester, dass er Hans Peter der Dritte heisst und rechtmässiger Erbe des Forts sei. Sein Bastard Halbbruder Toni hatte ihn mit einem Trick aus dem Fort gelockt und es dann übernommen. Hans Peter’s Plan, das Fort mit den Untoten zurückzuerobern, war jedoch wenig von Erfolg gekrönt, weshalb er ein Angebot machte. Wenn das Team ihm hilft, bekommen sie nach getaner Arbeit und Verbringung der Untoten das Buch.

Nach viel Gerede, dass Kazan zu schnell ging, fragte der Priester, ob sie einen Deal hätten. Da meldete sich Kazans Magen und holte noch einen Festschmaus für alle raus. Wenn er es richtig verstanden hat, sollten sie jetzt die Tür der Burg öffnen und einen Tobi oder so ausschalten. Er hörte schon, wie sich die Katzenfrau in Position brachte und reagierte blitzschnell. Seine Jacke sollte nicht so enden wie ihre anderen Kleider.

Die verwandelte Katze rannte los in die Dunkelheit und Kazan bekam eine Fackel von Narek. Klug, wie er nunmal war, hielt er Abstand, um nicht die Aufmerksamkeit auf die Katze zu lenken.

Lunella ging gebückt durch die Reihen der Untoten und verschmolz dabei mit der Dunkelheit. Sie sprang ohne Probleme über den Graben und nutze die dunkelsten Ecken und Schlagschatten des Mondes, um eine geeignete Stelle der Mauer zu finden. Durch ihr Wandlaufen, fiel es ihr einfach die Mauer zu erklimmen und auf der anderen Seite wieder langsam herunter zu gehen. Sie schlich weiter bis zum Mechanismus der Zugbrücke. Hans Peter hatte von den Lösemechanismen erzählt, jedoch wurden diese von zwei Wachen bewacht. Lunella schlich sich an den ersten an und wollte nur den Hals aufreissen, riss ihm dabei jedoch den Kopf ab. Trotzdem war die zweite Wache nicht schnell genug zu reagieren und ehe er alarmieren konnte, riss ihm die Wehrkatze mit dem Maul die Kehle auf. Das Lösen der Zugbrücke war danach ein Leichtes.

Schon wieder musste Kazan warten. In ihm brennt ein Feuer, das raus will, das etwas tun will. Und trotzdem wird er immer wieder zum Warten gezwungen. Aber dann krachte es laut und Ketten klirren. Das Zeichen! Er rannte los, in die Schlacht für heroische Zweikämpfe und Erleichterung seines Tatendranges. Unterwegs wich er der Katze aus. Sie war blutverschmiert und sah schrecklich aus. Er liebte diesen Anblick und ihm kribbelten die Fäuste dabei. Angefeuert rannte er weiter und drückte sich mit aller Kraft durch die Horden an Untoten. 

Als Kazan die Brücke überquerte und durch das Tor ins Innere der Burg kam, erwartete ihn jedoch nur ein überfüllter Innenhof. Wohin er auch sah, wohin er auch ging, nur Untote. Keine Wachen, kein Tobi oder so, der doch als Herr dieses Ortes mächtig sein musste. Nur Untote…

Nach einer ganzen Weile des Suchens, in der er nur ein Pferd sah, welches zerfleischt wurde, hielten die Untoten plötzlich an und strömten wieder aus dem Fort raus. Die Schlacht war wohl schon vorbei.

Kaum waren die Untoten draussen, buddelten sie sich wieder in den Boden ein. Ekliger Anblick.

Irgendwann kamen die Katze, Narek und der Priester zu mir in den Innenhof. Gemeinsam betraten sie das grosse Haus in der Mitte. Narek hatte bereits das Buch, also dachte sich Kazan, es ist auch Zeit für das Festmahl. Sie gingen also Richtung Speisekammer im Keller und der Priester nach oben. Die Tür zur Speisekammer war verschlossen und sie hörten Stimmen. Vielleicht hatte der Burgherr sich hier versteckt. Aber nachdem sie die Katze wegschickten, öffneten die Stimmen bereitwillig die Tür. Hier waren nur normale Menschen und eine Wache, dessen Wille gebrochen war. Kein lohnenswerter Kampf, dachte sich Kazan. Er packte meine Arme voll mit allem Essbaren, worauf er Lust hatte. Wenn schon kein ordentlicher Kampf, dann wenigstens ein ordentlicher Mampf, sagte sein Vater immer. Und für die Katze, der wir diesen Erfolg zu verdanken hatten, nahm er noch ein grosses Stück Schweinefleisch mit. Eines Tages will er sich mit ihr messen, aber nicht eines Nachts.

Sie übernachteten in dem Gasthof, mit dem irgendwie aufdringlichen Kerl und gingen dann weiter zurück nach Dippi in den Uhrenturm. Hier wartete der Taure auf sie, alleine. Er erzählte einiges, von Verrat und Mordversuch des schmächtigen Neuen und dass er von Bewahrern abgeschleckt wurde. Die Narbe am Hals des Tauren bestätigte seinen bestimmt epischen Kampf. Schade, dass der kleine Zauberer es nicht bei Kazan versucht hat. Er hätte ihn zu roter Grütze verarbeitet. Stattdessen hat wohl der blauäugige seinen Verstand verhext und arbeitet jetzt als Lustknabe im Rotlichtviertel.

Laut der Konklave sollen sie wieder zum Friedhof, weil es dort noch etwas zu erledigen gilt. Die Frau mit kaltem Blick wartet wohl schon auf sie.

Es wurden auch Berichte bei der Konklave abgegeben sowie das Buch durch einen Bewahrer untersucht. Das Buch ermöglicht es dem Besitzer, Tote aus der Umgebung auferstehen zu lassen, jedoch ohne Verstand. Wenn der Nutzer nicht aktiv Befehle in seinem Verstand übermittelt, bewegen sich die Untoten auch nicht. Zudem hört der Nutzer stets und ständig die Stimmen der Geister der Untoten wie ein Summen, dass sich nicht zu klaren Worten filtern lässt.