Die Katze der Nacht

Meine Mutter hat mal etwas von diesen kleinen Mädchen erzählt, die irgendwie mit der Göttin des Schicksals zusammenhängen. Ich dachte, sie wollte mich lehren mein Schicksal zu akzeptieren, nicht aber dass es diese Kinder wirklich gibt. Und jetzt erfahre ich auch noch, dass dieses Kind hier, Dru, eine Wisp sein soll. Mutter sagte damals: “Wenn dir eine Wisp über den Weg läuft, ist es schon zu spät.“ Du kannst nur noch akzeptieren, was passieren wird, aber sei dir bewusst, Dinge werden passieren. Ob gut oder schlecht weis niemand, nicht mal die anderen Götter.” 

Und so drehte ich mich bei der Rückkehr von Dru einfach um und tat so, als würde ich schlafen. Sie kann mir nichts Böses wollen, denke ich…

Ein Aufschreien Dru´s riss mich aus dem Schlaf. Ich sprang sofort auf – Kampfbereit.

Kazan hat die Fähigkeit Erstschlag. Daher stand er schon mehr oder weniger auf den Beinen, bevor der Schrei beendet war.

Aber sie wurde nur von der noch schlafenden Katzenfrau festgehalten. Das musste das Mädchen wohl erschreckt haben, würde mir nie passieren.

Nach einem zu kleinen Happen unseres Proviants, folgten wir weiter der Strasse. Es waren einige Kutschen unterwegs, aber nur die schäbig aussehenden haben uns nicht versucht zu überfahren. Irgendwann kamen wir an einem Gasthaus vorbei und es roch göttlich, wir mussten aber weiter. Als aber auch Dru essen wollte, haben wir es möglich gemacht. Es war noch zu früh, um dort auch zu übernachten, aber zumindest eine ordentliche Mahlzeit war drin. Eine kurvige Frau gab uns einen deftigen Eintopf in einem holen Brot. Sie zwinkerte recht häufig, ich hoffe ihr geht es gut. Dann bekam ich ein zweites Brot und die Welt war in Ordnung. Narek befragte die nette Frau auch noch etwas zu den Geschehnissen in Drakis. Sie sagte aber nur etwas von einem Fluch und dass Kinder verschwinden. Ich hoffe natürlich, wir können die Kinder retten, aber hoffe auch, es könnte ein Monster sein, das es zu vernichten gilt.

Wir liefen weiter und erreichten bei Einbruch der Nacht einen Waldrand. Es regnete und Stephanos und ich suchten nach Feuerholz. Da meldete sich plötzlich Dru von meinen Schultern. Ich hatte sie ab dem Gasthaus auf den Schultern getragen, um schnell voranzukommen, doch dann absolut vergessen. Sie ist einfach zu leicht.

Nachdem wir aber nur nasses Holz fanden, beschlossen wir, den Weg etwas zurückzugehen und bei einem kleinen Hof zu nächtigen. Das Heu der Scheune war weicher als der Boden letzte Nacht. Ich spüre, wie ich weich werde.

Am nächsten Morgen ging es weiter, bis wir wieder den Wald erreichten. Nicht lange im Wald kamen uns zwei merkwürdige Gestalten entgegen. Sie waren bewaffnet und schwafelten etwas von Zoll. Zum Glück hat sich Narek darum gekümmert und ihnen nach Verhandlungen Geld gegeben, denn wenn der stinkende Mann mit dem Kurzschwert weiter Dru belästigt hätte, hätte ich ihn umgehauen.

Später erreichten wir ein Holzfällerdorf in der Dämmerung. Wir übernachteten in einem leeren Haus und Lunella wachte verwandelt am Fenster. 

Ich war kaum eingeschlafen, da weckte sie uns mit ihren Pranken. Die riesige Katze wirkte nervös. Sie schlich hin und her und nach einigem Gerede, dass wir alle im Dunkeln nichts sehen können, machte sie sich selbst los. Sie folgte einer leisen, für mich nicht hörbaren Musik.

Lunella folgte der Musik in den Wald. Dort sah sie die Quelle der Musik, ein Haus, das auf zwei Beinen lief. Irgendwann setzte es sich ab und sah wie ein gewöhnliches Haus aus. Zwei Kinder kamen aus dem dunklen Gestrüpp und betraten das Haus. Daraufhin hörte Lunella ein Knirschen und Krachen und das Haus stand wieder auf und ging weiter.

Etwa eine Stunde später kam sie wieder. Sie zitterte noch mehr. Der Feind muss unglaublich mächtig sein, wenn er diese Raubkatze verängstigen kann. Leider kann sie nicht sprechen, nur brummen und fauchen. Aber mit Zeichensprache und gekratzten Bildern auf Holz, haben wir etwas von einem laufenden Haus verstanden. Diese Rumraterrei war mir aber zu langweilig, also legte ich mich schlafen.

Nach weiteren Stunden verwandelte sich Lunella zurück und erzählte den noch wachen Kameraden von ihren Entdeckungen.

Ich träumte von meinem alten Haus in den Slums. Mutter brach mit ihren Beinen durch das Fundament und rannte mir hinterher. Vielleicht ist sie wütend.

Am nächsten Morgen machten wir uns nach Drakis auf, um Fackeln zu kaufen. In der Stadt gab es einen Aufruhr und einige Leute warfen mit Steinen auf ein riesiges Haus. Ich machte mich bereit, ich will nicht zu spät am Kampf teilnehmen. Aber Lunella sagte, das ist nicht das Haus aus dem Wald…ich steckte meine Schlagringe wieder ein.

Auf dem Markt kümmerte sich Narek um die Fackeln. Aber ich sah sie hier zum ersten Mal. Die einzig wahre und Unvergessliche. Ein Schnäppchen und doch nicht billig. Noch heute vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht an sie denke. Eine braune lederne Hose zum Schnüren, besetzt mit Nieten und gefüttert mit einem Fell so weich wie Wolken. Unbesiegbar wäre ich darin. Geschützt und doch beweglich genug, um vernichtend zuzuschlagen. Aber leider fehlte uns das Geld und so vertrösteten wir meine vorherbestimmte Hose auf ein anderes Mal…

Der Spielleiter hat mit der Überzeugen Fähigkeit des Verkäufers sehr hoch gewürfelt, während Kazan mit seiner Sozialen Widerstandskraft, die sehr niedrig ist, versagt hat. Da der Spielleiter so mehr Erfolge gegen Kazan hatte, als seine Willenskraft hoch war, wurde sie ihm wie der Trank der ewigen Jugend dargestellt.

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