
Der Fischer sah stark aus, vielleicht ein würdiger Gegner. Aber zuerst war der Blauäugige dran. Er hat mich entehrt und mir Siege in den Kopf gepflanzt…nie wieder will ich mich so schämen. Geprahlt hatte ich, ohne Recht.
Das kleine Mädchen wollte auch unbedingt zu ihm, also ging ich mit. Aber dann wollte sie vor einer Seitentür des alten Zeit-Turm-Hauses warten. Ich hatte die Tür mehrfach überprüft und da war nichts, ausser Rohre und Zeug. Narek, der alte Haudegen, hatte aber die Idee. Eine Kneipe gleich ums Eck. Die Mädchen bewachten weiter die Tür und wir Männer tranken.
Doch das Bier hier im besseren Hafenviertel war anders. In Flaschen gefülltes Gold, schmackhaft, prickelnd und nicht faulig. Ich habe in meinen langen 18 Jahren noch nie so etwas getrunken. Doch es war auch viel teurer und mehr als eine Flasche hätten wir uns nicht leisten können, wäre nicht unser neuer bester Freund Anderson in die Taverne gestolpert. Er schmiss die nächste Runde. Vielleicht rutschte mir ein “Ich liebe sie!” herraus, aber wer mich ohne Grund mit weiteren Flaschen dieses Bieres versorgt, verdient auch meine Liebe. So verbrachten wir viele Stunden und soffen und redeten. Anderson mach in Geschichten oder so aber der Fischer…der ist massiv. Stabiler Rücken und Oberarme die bestimmt einen Tauren erschüttern. Er sagte, das kommt nur von seiner Arbeit, aber irgendwann hatte ich ihn weich gekocht und er verriet mir seinen ein oder anderen Trick. Natürlich unterwies auch ich ihn darin was es heisst seinen Körper zu stählen.
Anderson musste zu seinem Schiff. Heldenhaft wie wir nunmal sind, brachten wir ihn dahin. Der Abschied war schwer. Ich fürchte ihn nie wieder zu sehen.
Unterdessen war Lunella in ihrer Wache eingeschlafen. Dru bemerkte als einzige den blauäugigen Mann und hängte sich an seine Fersen. Dabei stürzte ein Fass auf Lunella, sodass diese zwar wach wurde, sich aber alleine in der Seitengasse vorfand. Dru beharrte auf Informationen und Weisung durch den Mann und verzichtete sogar auf einen Keks, den er ihr anbot. Sie gingen ebenfalls zu den Schiffen, wo der Mann einem Gerücht nachging. Auf einem der Schiffe, dasselbe, auf dem Anderson wegfuhr, soll der Kapitän eine Seejungfrau gefangen haben. Sie stellte sich jedoch als nur sehr hässlicher Fisch heraus. Der Mann brachte mit seiner Magie den Kapitän und die Mannschaft dazu, die Beweise loszuwerden und das Ganze zu vergessen. Doch bevor er wieder verschwand, brachte Dru ihn dazu, ihr etwas zu versprechen. Wenn wir um 19 Uhr diesen Abend wieder zum Seiteneingang kommen, erfahren wir ein Geheimniss, sollen für den Mann aber einen Gefallen tun.
Das kleine Mädchen war auch an den Anlegestellen. Irgendwie wirkt sie sauer oder eher verstimmt. Ich weiss nicht, ob man bei so kleinen Wesen von Sauer sprechen kann. Wir liefen noch etwas rum, auf der Suche nach der grossen Frau glaubte ich. Ich zeigte den Jungs, was ich über Kisten weiss, wie man sie am besten trägt oder sie auch zum Trainieren nutzen kann. Vielleicht riss hier irgendwo meine Hose, ich bin wohl wieder breiter geworden. Der Fischer hat auch beeindruckt und Narek bekommen wir auch noch hin. Irgendwann waren wir wieder vollzählig und gingen zu Narek. Dem ging es irgendwie gar nicht gut, bestimmt wegen dem Bier. Der kleine verkraftet das nicht so gut, doch Stepho…Stephi…der Fischer beeindruckt. Er steckte es fast genauso gut weg wie ich und machte sogar bei meiner Trainings-Routine mit. Mutter von Narek nähte sogar meine Hose. Sehr nette Frau.
Als es später wurde war das kleine Mädchen wieder da, sie kommt und geht irgendwie und alle hören auf sie. Aber wenn Narek ihr folgt, tu ich das auch. Wir gingen wieder zum Zeit-Turm-Haus und warteten an der Seitentür in der Gasse. Das kleine Mädchen verschwom irgendwie, lag wohl noch am Bier, und stiess dann mit dem Fischer zusammen. Und dann ging die Tür auf. Zufall?
Hinter der Tür war nicht mehr der kleine Raum, sondern eine Treppe nach unten, die an einer schweren Eisentür endete. Uns öffnete ein alter, dünner Mann. Den würde ich locker packen. Er redete mit dem kleinen Mädchen und Narek und gab ihnen einen Schlüssel und ein Stück Papier mit Strichen, das uns zeigen soll, wo wir hin müssen. Ich hoffe einfach, Narek weiss schon, wie die Striche helfen. Wir gingen wieder raus und die Jungs holten sich noch ihre Ausrüstung. Ich glaubte, uns würde ein glorreicher Kampf erwarten! Also wartete ich und trainierte meine geistigen Fertigkeiten. Wie konnte hinter der selben Tür, ein kleiner Raum oder eine Treppe mit grossen Raum sein. Lullu…Luna…die grosse Frau sagte was von Magie. Pah! Bei Tartos. Magie ist keine Erklärung sondern etwas von dem man sich fernhalten sollte.
Nach einer Zeit kamen die Männer wieder. Ich begrüsste sie voll Tatendrang, vor allem die Muskeln des Fischer strotzen nur so vor Energie, das konnte ich spüren und sehen.
Wir folgten Narek bis wir irgendwo bei den Lagerhallen beim alten Hafen eine verschlossene Gittertür zu den Stink-Wasser-Wegen aufschlossen. Hier roch es eklig und wir liefen lang. Die grosse Frau sagte irgendwann, sie kämpfte nackt, weil sie eine Bestie in Menschenform ist. Vielleicht ein weiterer würdiger Sparringpartner?
Dann fanden wir es. Ein grosser stinkende haufen Scheisse, der sich langsam auf uns zu bewegte und mit schleimigen Tentakeln nach uns griff. Ich hatte einen heldenhafteren Kampf im Kopf, doch dies sollte genügen. Hier würde ich das erste Kapitel der Saga von Kazan beginnen. Ich preschte vor und verpasste dem Monster zwei schnelle Haken, gefolgt von einem Tritt, der richtig gesessen haben muss. Ich prügelte ihm direkt die Scheisse aus dem Leib!


