
Im Lager trocknete sich die Gruppe erst einmal. Jedoch lohnte es sich mittlerweile nicht mehr, heute aufzubrechen. Daher fing Kazan an, Sport zu machen, und Narek schlug vor, sie könnten ja ein bisschen Sparring machen. Gesagt, getan. Sparring war kurz und schmerzhaft, vor allem für Narek. Nach ca. 4 Schlägen gab er auf. Der Ringrichter Wahkan wurde, nachdem Narek aufgegeben hatte, gefragt, ob er auch noch üben wollte. Der zweite Kampf ging fast noch schneller. Das Spektakulärste war der fallende Taure, der in den Matsch ums Lagerfeuer fiel. Narek nutzte Lunella als Schlammdeckung, um dem spritzenden Schlamm des fallenden Tauren zu entgehen.
Nachdem auch Wahkan gefallen war – zum Glück nur bewusstlos – fragte Kazan auch Lunella, welche aber aus Gründen der „Müdigkeit“ ablehnte. Kazan musste so weiter alleine trainieren. Der Rest ruhte sich freiwillig oder unfreiwillig bewusstlos am Lagerfeuer aus. Am nächsten Morgen ging es dann weiter mit Manni.
Am Nachmittag kam Manni an einem Fluss an, nicht sehr breit und tief. Manni blieb davor stehen. Der Junge, der gerade auf der anderen Seite noch geangelt hatte, war spurlos verschwunden. Währenddessen stiegen alle von Manni ab, und Alex rief voller Panik Wahkan zu, er solle helfen, das Gepäck einfach von Manni loszubinden, sodass es zu Boden fiel. Kurz danach stampfte Manni in den See und fing an, sich zu wälzen und zu suhlen. Kazan, Narek und Lunella gingen flussaufwärts, um sich und ihre Klamotten zu waschen. Während Wahkan und Alex sich unterhielten und das Lager aufbauten. Später trafen sich alle am Lager wieder, auch Manni, der nun Alex anstupste und wollte, dass er sein Fell bürstet. Alex’ Laune war seit dem Nachmittag und einem dreckigen Manni nicht mehr die beste.
Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Zielort. Die Berge kamen schon früh in Sicht, und die Gruppe kam etwa gegen Mittag an. Angekommen wurde beschlossen, erst einmal die 3 Steine mit den Symbolen zu suchen, um sich zu orientieren. Auf der Suche danach fiel Narek in eine Spalte und Lunella hinterher, zum Glück nicht sehr tief, sodass die beiden grösstenteils unversehrt blieben. Während Wahkan sich umschaute, surfte Kazan ganz lässig den Abhang hinunter. Narek konnte gerade noch zur Seite springen, sonst wäre Kazan auf ihm gelandet. Von oben sah Wahkan, dass es vermutlich ein Flussbett oder eher ausgetrocknetes Flussbett war. Somit beschloss die Gruppe, erst einmal in die Richtung zu gehen, in der sie vermutlich wieder aus dem Flussbett kommen. Nach einem guten Wegmarsch auf unebenem, steinigem Gelände kam die Gruppe weiter aus dem Flussbett raus und an den 2 Steinen an; der eine schon vermutlich vor langer Zeit umgekippt. Wahkan stellte diesen wieder auf. Offenbar war das Flussbett, in dem sie waren, schon das richtige. Daraufhin wieder zurück durch das Flussbett und an den Klippen lang. Nach gut 2 Stunden bemerkte dann Wahkan eines dieser Symbole an einer Wand. Die gute Nachricht: Den Eingang haben sie gefunden. Die schlechte: Er ist verschüttet, und zwar vermutlich schon vor mehreren Jahrzehnten. Eine Sammlung aus Geröll, Kies und Sand. Also beschlossen sie, das Lager oberhalb der Klippe des Flussbettes zu verlagern. Das Ausgraben dauert vermutlich ein paar Tage. Nachdem sie den Weg zurück gingen und mit Alex das Lager aufgeschlagen hatten, berieten sie, wie sie am besten nach unten kommen könnten, ohne immer die ca. 2 h zu laufen. Nach kurzer Beratung war das Ende vom Lied, dass ein Baum gefällt werden muss, der als Umlenkbaum für das Seil verwendet werden muss, damit es nicht an der Klippe abscheuert. Alex hatte zum Glück eine Schaufel und eine Spitzhacke sowie eine Handaxt dabei. Und so endete der erfolgreiche, nicht erfolgreiche Tag.
Die Nacht war komisch, zumindest für Narek, Kazan und Lunella. Alle hatten einen ähnlichen Traum, einen Traum, in dem sie in Dippi durch die Gassen laufen, mit einem bestimmten Ziel. Jedoch kam immer nur Gasse nach Gasse, so als wollte Dippi nicht, dass man sein Ziel erreicht. Währenddessen sass Wahkan noch länger wach und hörte den Wind durch das trockene Flussbett pfeifen. Es klang wie Stimmen oder Rufe. Viele würden vermutlich sagen, dieser Ort ist verflucht. Aufgrund der relativ lauten Winde schlief Wahkan nur sporadisch. Am nächsten Morgen fing Kazan an, wie wild mit der Axt auf einen dicken Baum einzuschlagen, um diesen zu fällen. Das war so effektiv, als wenn man versucht hätte, den Baum mit Wassertropfen zu durchtrennen. In der Zwischenzeit sollte Lunella schon einmal mit dem Wegräumen unten anfangen, da sie ja einfach mit Spitzhacke und Schaufel nach unten gehen konnte. Gesagt, getan. Nach ca. 10 Minuten hörte man einen lauten Schmerzensschrei. Lunella hat sich die Spitzhacke mit voller Wucht vors Schienbein gehauen. Ein Totalausfall. Währenddessen hatte Kazan mit der Axt in der Hand auch keinen Erfolg bei dem Baum. Wahkan übernahm dann das Baumfällen. Lunella kam irgendwann wieder hoch, und Narek gab ihr einen nassen Lappen zum Kühlen der Beule am Schienbein. Narek und Kazan liessen sich dann an einem Seil, das Wahkan hielt, der seine Baumarbeiten kurz pausieren musste, hinunter in die Schlucht, um schon einmal mit dem Freiräumen anzufangen. Während Narek und Kazan freiräumten, sägten Wahkan und Alex mit einer Seilsäge, die Alex dabeihatte, den Baum um, der gegen späten Nachmittag mit einem Krachen umfiel. Kazan und Narek kamen gut voran und haben gegen Abend den oberen Rand der Tür gefunden und kletterten dann wieder am Seil, das Wahkan hielt, nach oben. Zum Abend gab es wieder gute Hausmannskost von Alex.
Diese Nacht hatten alle denselben Traum, nicht komplett identisch, aber mit der gleichen bildlichen Darstellung: ein Ziel, das man nie erreicht. Am Morgen ging die Arbeit dann weiter. Kazan, Narek und mittlerweile auch Lunella gruben weiter an der Tür, während Wahkan und Alex einen kleinen Teil aus dem Baumstamm heraussägten, um diesen zu benutzen. Am späten Nachmittag hatten die 3 die halbe Tür und den Öffnungsmechanismus freigelegt. Es ist ein Ring aus weisslichem Stein mit Symbolen. Die Mitte der Tür ist aus schwarzen, glatten Steinen wie gemauert, jedoch fühlt sich die Oberfläche glatt wie Glas an. Lunella merkte an, dass es der gleiche Stein sein könnte wie der, den sie bei der Insel mit den Seemonstern unten gefunden hatte.
Die Nacht war ruhig, jedoch hat sich der Traum bei allen verändert. Es war wie ein Abschaben und ein „Dong“, was nur dann da war, wenn man gelaufen ist. Ansonsten ist das Bild des Traumes gleich geblieben.
Nach dem Frühstück ging es weiter mit dem Graben. Mittlerweile haben Alex und Wahkan einen Teil des Baumstamms als Seilumlenkung gebaut, sodass wir nun einen Seilaufzug haben. Den Tag über schnitten Wahkan und Alex Scheiben aus dem Baumstamm und asteten den Baum ab, um den Holzvorrat wieder aufzufüllen. Am Abend haben die drei unten die Tür und den Mechanismus vollkommen freigelegt.



