
Die Untoten näherten sich weiter und ich hatte mich in meiner Tiergestalt aufgebaut, bereit, die anderen zu verteidigen. Plötzlich hörte ich Narek rufen. Der Priester flog über der Krypta und war scheinbar dabei zu fliehen. Ich hatte keine Zeit darüber nachzudenken, wie er das anstellte. Er hatte, weswegen wir gekommen waren. Ich machte einen Satz, nutze Wahkans Grösse als Hilfe und versuchte so hoch zu springen, wie ich konnte, um ihn aufzuhalten. Doch es reichte nicht aus und ich landete auf der anderen Seite der Krypta zwischen noch mehr Untoten. Diese griffen mich aber nicht an, sondern begannen bereits einen Moment später, sich wieder zu entfernen. Als ich mich wieder dem Flüchtigen zuwendete, sah ich, wie er gerade von einer Art Blitzkugel getroffen wurde. Die musste wohl von unserem Magier gekommen sein.
In der Tat schaffte es Caelan, dem Priester mit einer Blitzkugel am Bein eine leichte Wunde zuzufügen. Es reichte leider nicht aus, um ihn vom Himmel zu holen.
Dennoch begann er nun, sich zu entfernen. Ich sprang wieder zurück auf die Krypta, sah in welche Richtung er floh und begann ihm zu folgen. So schnell mich meine vier Beine trugen, setzte ich ihm nach. Ich nahm nur im Augenwinkel wahr, wie die Untoten begannen, sich wieder in ihre Gräber zurückzuziehen.
Die Gräber schossen an mir vorbei. Dann Felder, ein Bauernhof und Bäume, bis meine Lunge begann zu brennen und meine Beine langsamer wurden. Schliesslich musste ich meine Jagd abbrechen und hilflos zuschauen, wie der Priester aus meinem Sichtfeld verwand. Frustriert brüllte ich in die Nacht heraus, bevor ich kehrt machte. Ich musste zu den anderen zurück, die keine Chance gehabt hatten, mit meinem Tempo mitzuhalten.
Auf gut halbem Wege kamen mir Kazan und Narek entgegen. Ich habe keine Ahnung, wo die anderen beiden abgeblieben waren, aber wir waren uns alle einig, dass es keine Zeit zu verlieren galt. Wir wollten versuchen, den Priester wiederzufinden und wir kannten immerhin die Richtung. Also zogen wir erstmal zu dritt weiter.
Caelan und Wahkan hatten es nicht geschafft, mit dem Lauftempo der restlichen Teammitglieder Schritt zu halten. Sie beschlossen, zum Lager zurückzukehren, wo viele von uns ihre Sachen zurückgelassen hatten. Dort fanden sie eine Katze, welche sich auf Lunellas Kleidung zusammengerollt hatte. Später wurde uns klar, dass die Katze vermutlich unsere Brieftaube verspeist hatte. XD
Aus, vermutlich Neugierde, benutze Caelan Lunellas Laterne. Die Magische, die dich 5 Minuten in die Vergangenheit schauen lässt, aber du bezahlst mit 5 Minuten deiner Lebenszeit. Unser Magier mit 16 LP wurde, unser Magier mit 15 LP.
Die beiden beschliessen danach, die Krypta noch einmal genauer zu untersuchen. Nach einigem Schutt wegschaffen, entdecken sie eine Art Bodenluke und eine Treppe. Der Eingang ist zu eng für Wahkan, darum beschliesst Caelan, erstmal allein reinzuschauen. Caelan versucht mit einem Blitz etwas Licht zu machen. Doch der Zauber schlägt fehl und ein Blitz trifft Wahkan in den Hintern und verwundet ihn sogar leicht.
Caelan baut sich stattdessen eine provisorische Fackel und steigt in die Krypta hinab. Er untersucht einige der Gräber, kann aber nicht alles von der alten Schrift verstehen. Mehrere Gänge führen noch tiefer hinein. Sie ist zu gross, um sie ohne vernünftige Lichtquelle weiter zu untersuchen. Die beiden kehren daher fürs erste zum Lager zurück.
Wir laufen die ganze Nacht hindurch. Ich bleibe zunächst in meiner Tiergestalt. Doch nachdem wir am nächsten Morgen mehrere Händler mit Kutschen passieren und ich gezwungen bin, mich zu verstecken um keine Aufmerksamkeit zu erregen oder gar Panik zu verursachen, verwandle ich mich irgendwann zurück und Kazan leiht mir sein Jackett um mich zu bedecken. Da ich meine Kleidung ja am Lager zurückgelassen hatte.
Wir folgen so lange der gleichen Richtung, bis es nicht einmal mehr einen Weg gibt und wir uns durch blosse Felder schlagen müssen. Und gerade als ich zu überlegen begann, ob es eine gute Idee war, ihm Blind zu folgen, entdecken wir eine Taverne. Und auch wieder einen Weg. Ein Weg durch die Felder, frisch getrampelt von mehreren Leuten, wie es scheint.
Bei genauerem hinschauen sahen wir, dass sich Menschen in der Taverne verbarrikadiert hatten. Es gab keine Tür mehr, stattdessen waren Tische davor geschoben worden.
Als wir anklopfen (ja, an die Tische) fiel plötzlich etwas auf Nareks Kopf. Es war ein Nachttopf, geworfen von einem jungen Mädchen, das dann begann etwas über Untote zu rufen. Nun, wenigstens waren wir wieder auf der richtigen Spur.
Nachdem wir versichert hatten, dass wir keine Untoten waren und hineingelassen wurden, erfuhren wir, dass die Menschen hier letzte Nacht auf der Strasse unterwegs gewesen waren und wie aus dem Nichts von Untoten “attackiert” wurden.
Ok, tatsächlich klang es mehr danach, als hätten sie sich hauptsächlich beim Wegrennen gegenseitig verletzt, bis sie hier Schutz fanden.
Es wurde ausserdem ein Mann in einer Robe gesichtet, der ein Pferd tötete und dann darauf davon ritt. Eindeutig unser vermisster Priester.
Wir verliessen die Taverne also wieder, mit einer neuen Spur. Ich verliess sie ausserdem mit Hosen. Der Besitzer war so nett und hat mir einfach ein paar Hosen gegeben, nachdem ich danach gefragt habe. Als wäre es kein bisschen seltsam, dass ein Mädchen nur mit einem übergrossen Jacket bekleidet seinen Weg kreuzt. Wir brauchen mehr Menschen wie ihn in der Welt.
Wir folgten also nun einem platt getrampeltem Weg durch die Felder, vermutlich verursacht von Untoten. Als wir an einem Dorf vorbeikommen, wird uns berichtet, dass sie sich in Richtung eines Kriegsfriedhofes fortbewegen. Was genau so schlimm war, wie es klingt.
Massen und Massen an Leichen wieder zum Leben erweckt. Der Priester hatte sich eine verdammte Untotenarmee zusammengestellt als wir ihn endlich eingeholt hatten.
Er ritt in der Mitte umgeben von viel mehr Untoten, als die, durch die wir uns auf dem Friedhof gekämpft haben. Uns blieb nichts anderes übrig, als ihm erstmal zu folgen und auf eine Gelegenheit zum Zuschlagen zu warten. Und diese Gelegenheit kam.
Wir erreichten eine Burg und die Untoten begannen um diese herum auszuschwärmen.
Wieso legt man sich eine Untotenarmee zu? Um eine Burg einzunehmen! Natürlich!



