
Der Mund des Monsters weitete sich, stülpte sich nach aussen und Scheisse umschlang Kazan. Kazan war verschwunden. Nur sein Schatten war in dem Ding aus Scheisse zu sehen.
Es hatte meinen Bruder. Ich sprang in die Gülle, preschte nach vorne und stiess mit aller Macht mit meinem langen Speer zu. Genau oberhalb von Kazan. Die Hülle aus Scheisse um Kazan riss und er stand vor mir. Voller Scheisse und voller Wut.
Kazan schlug dem Monster die Scheisse aus dem Leib. Dru kotzte. Warum haben wir nochmal ein kleines Mädchen dabei?
Ich stach erneut mit dem Speer zu. Riesige Löcher entstanden. Es machte Spass. Eine grelle Kugel schlug in das Monster und endete es. Die Scheisse floss in den Kanal. Eine grosse Welle spülte gegen uns. Kazan und ich standen wie ein Bollwerk. Es ist eben doch nur scheisse. Ohne einen Kratzer besiegten wir das Monster.
Das war das coolste, was ich je gemacht habe.
Der Kampf gegen das Monster war extrem kurz dank dem 24 Schadensangriff von Stephanos, mit dem er Kazan wortwörtlich aus der Scheißse riss und dem 21 Schadensangriff mit seinem Element – dem Speer.
Währenddessen versuchte Dru, Lunella in Katzengestalt zu streicheln. Traute sich dann aber doch nicht.
Narek las die Karte und ging voran. Auf dem Rückweg wurde aus Lunella der Katze wieder Lunella die Frau. Nackt. In dem Licht der Lampe gingen zwei Monde auf. Ich fand das gut und sagte: “Geil”. Lunella gab mir eine Ohrfeige. Verstehe nicht wieso. Mag wohl keine Komplimente. Muss ich mir merken.
Irgendwann kamen wir wieder am Ausgang an. Wir stanken sehr stark nach Klo. Also wuschen wir uns am Strand. Trotzdem stanken Kazan und ich immer noch. Ich nahm Kazan mit zu mir. Wir wuschen uns nochmal und schliefen erstmal. Treffen sollten wir uns um 19 Uhr beim Glockenturm.
Dru, Narek und Lunella gingen zu Narek. Lunella schlief auf dem Dach. Dru und Narek ruhten auf der Bank. Vorher machten Sie noch Gartenarbeit.
Narek erzählte unterdessen Dru von seinen wiedergewonnen Erinnerungen, von Menschen, die gleichzeitig starben, als sie sich berührten.
Meine Schwester weckte Kazan und mich. “Was wärst du bereits zu zahlen, damit Mama nichts erfährt?” Ich verstand nicht, was sie nicht erfahren soll. Also gingen wir einfach. Zum Strand. Kurz Sport machen. Mussten bald los.
Um 19 Uhr standen wir vor dem Glockenturm. Lunella hat Kazan und mir verboten, nochmal die Kneipe aufzusuchen. Versteh einer Frauen. Oder Katzen. Oder Katzenfrauen.
Im Keller waren viele Personen. Der Mann mit den blauen Augen. Die Frau mit den kalten Augen. Robenmänner, die sich Bewahrer nennen. Und der Mann, der uns den Auftrag gegeben hat. “Später” wie ihn Kazan nannte.
Auf Anweisung folgten wir einem der Robenmänner, Bewahrer 14, in einen Raum. Kazan erzählte ihm, was passiert ist. Er schrieb alles mit. Dann stellte er es in ein Regal. Männer mit Robe…
Später liess uns die Wahl: ein Beutel mit 100 Silber oder Antworten. Wir würden Dinge sehen, die wir anderen nicht erklären könnten. Dinge, die andere in Gefahr bringen würden. Dinge, über die wir kein Wort ausserhalb dieses Gebäudes verlieren dürfen.
Lunella und Dru haben schnell zugesagt. Für die ist es einfach, sie haben keine Familie. Nie wieder meine Eltern sehen? Nie wieder meine Schwester? Gut, war wohl doch nicht alles so schlecht.
Narek sagte was davon, seiner Mutter Geld senden zu können, um sie zu unterstützen. Die Entscheidung fiel uns nicht einfach. Dennoch, ich wollte mehr erfahren. Ich wollte mehr Scheisse bekämpfen. So gut hab ich mich lange nicht gefühlt. Ausserdem wie konnte ich nein sagen, wenn Lunella und Dru bleiben? Ein kleines Kind stimmt dem zu und ich lehne ab? Niemals.
Wir stimmten alle zu.
Später gab uns zwei Zettel. Einen sollten wir den Wachen der Oberstadt zeigen, der andere sollte uns zu einem Geschäft führen.
Wir gingen direkt los. Die Wachen lassen den Zettel und liessen uns passieren. Das erste mal in der Oberstadt. Eine völlig neue Welt.
Der Zettel führte uns zum Hutmacher.
Dort wurden wir vermessen und bekamen feine Kleidung. Die Männer Westen. Die Frauen Kleider. Und Tee mit Gebäck. Sehr gutes Gebäck. Dru stopfte sich voll. Auch Kazan schlug zu. Nur beim Gebäck.
Danach gingen wir zurück. Alle Männer und Frauen grüssten uns. Wir grüssten zurück. Ein völlig neues Gefühl.
Später brachte uns in einen Schlafsaal mit unzähligen Betten [es sind circa 20]. Wir hatten uns in fünf freie Betten gelegt. Vier andere Betten waren besetzt. Zumindest standen Namensschilder an den Schränken. Ausser uns schlief dort niemand.
Am nächsten Tag wurde ich geweckt. Jemand zog an meiner Bettdecke. Bewahrer 12 wollte ein Namensschild an den Schrank anbringen.
Tatsächlich zog Dru an meiner Decke, weil ihr langweilig war. Sie wurde zuvor von Bewahrer 12 als erstes geweckt.
Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich als erstes am Morgen Lunella sehen würde, die neben mir in dem Bett schlief. Leider waren es Einzelbetten. Ich wünschte Lunella einen guten Morgen. Lunella erwiderte den Gruss, gefolgt von langer, peinlicher Stille, bevor ich ohne ein weiteres Wort aufstand und zum Bad ging. Irgendwann…
Dru hatte wohl währenddessen Narek auf der Toilette durch den Spalt unter der Tür beobachtet. Wäre sie nicht 12, wäre es glaube ich, seltsam. So scheint es okay zu sein, zumindest hat Narek nichts gesagt.
Nach der Morgentoilette begaben wir uns wieder in den grossen Kreisraum. Später sass dort und stellte sich uns nun als “Der Sprecher” vor. Warum auch immer Kazan ihn Später nannte. Ausserdem gab er uns einen neuen Auftrag.
Wir sollten um 20 Uhr den Leuchtturm aufsuchen. Der Sprecher fragte, ob wir Geld brauchen. Natürlich brauchen wir Geld. Wer braucht das nicht, wie Lunella festhielt. Das Verrückte ist, wir bekamen Geld. Einfach so. Jeder 10 Silber.
Ausserdem durften wir eine Frage stellen, die uns der Sprecher beantworten wollte. Unsere tatsächliche Belohnung, denn Silber sollten wir bekommen. Unsere erste Frage war natürlich, was ist die Schwarze Konklave?
“Wir sind die Bewahrer der Ordnung“. Wir sind es, was die Stadt am Laufen hält”
Eine Aussage, die mehr Fragen aufwirft, als Antworten verrät. Neue Fragen, die einer Antwort bedürfen. Welche Ordnung? Wie? Warum? Wer waren wir? Ein Grund, unsere Aufgabe schnell zu erfüllen und zu erfahren, was hier eigentlich vor sich geht.
Jeder von den Männern erhielt eine Taschenuhr, die Frauen erhielten einen Schlüssel. “25 und 45, einmal links schliessen, einmal rechts öffnen”, gab der Sprecher mit. Als wir fertig waren und den Keller verliessen, fragte ich erstmal Narek, wie man eine Uhr liest.
Danach begaben wir uns in ein Wirtshaus zum Frühstücken. So gut hatte ich noch nie gegessen. Es gab warme Würste, Brot, gekochte, warme Eier, Marmelade, und viele Leckereien mehr. Wir schmausten das erste Mal. Danach kauften wir uns auf dem Markt noch Proviant für den Weg. Man kann ja nie wissen, wann es wieder etwas zu essen gibt.


